Feb24

Der unsichtbare Solarkollektor

Forschungsprojekt der Hochschule Wismar

Der unsichtbare Solarkollektor

Eine gute Wärmedämmung ist unbestritten eine der wirksamsten Methoden, um kostbare Heizenergie zu sparen und den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu minimieren. Insbesondere bei der energetischen Sanierung des Gebäudebestands kann mit Wärmedämm-Verbundsystemen auf Basis von Polystyrol- oder Mineralwolledämmplatten der Dämmstandard der Gebäudehülle effizient und kostengünstig verbessert werden.

Die SOVA GmbH mit Sitz in Kamp-Bornhofen hat sich bereits in den frühen 1970er Jahren auf die damals noch weitgehend unbekannten Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) für Fassaden spezialisiert und gehört damit zu den Pionieren in diesem immer wichtiger werdenden Sektor. Heute ist SOVA als Teil der KÖSTER-Gruppe europaweit erfolgreich tätig mit Schwerpunkten in Tschechien, den Benelux-Staaten und Griechenland.

Das Haus der Zukunft weist jedoch nicht nur einen hohen Dämmstandard auf, sondern ist gleichzeitig in der Lage aktiv Energie zu gewinnen. Bereits am 1. Januar 2009 ist das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz in Kraft getreten, das Eigentümern neuer Gebäude vorschreibt, einen Teil ihres Wärme- und Kältebedarfs aus erneuerbaren Energien zu decken. Im Dezember letzten Jahres eröffneten Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Minister Dr. Peter Ramsauer in Berlin das im Rahmen eines Modellprojektes realisierte Effizienzhaus Plus des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Es erzeugt in der Jahresbilanz mehr Energie, als es für Heizung, Warmwasserbereitung und Haushaltsstrom benötigt und ist damit selbst ein kleines Kraftwerk.
 

Ob sich mit WDV-Systemen ausgerüstete Fassaden ebenfalls zur aktiven Energiegewinnung eignen, erforscht derzeit die SOVA GmbH in einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Fachhochschule Wismar. Durch die außenseitige Dämmung erreichen dunkle Putzfassaden bei direkter solarer Bestrahlung schnell Oberflächentemperaturen von über 50 °C.

Um diese Wärmeenergie zu nutzen, werden in die Putzschicht der Wärmedämm-Verbundsysteme Kapillarrohrmatten integriert, die von einem Wasser-Frostschutzmittelgemisch durchströmt werden. Das Medium entzieht der Putzoberfläche Wärme und führt sie über einen Wärmetauscher einem Speicher zu. Die Wärme kann im Sommer direkt für die solare Vorwärmung des Brauchwassers verwendet werden. Wird eine Wärmepumpe dazwischengeschaltet, kann das Frostschutzmittelgemisch aktiv unterkühlt und die aus der Wand entzogene Wärme für die Gebäudeheizung verwendet werden.

Durch die Integration des Kollektors in die Putzschicht ist das System äußerlich nicht von einem konventionellen WDV-System zu unterscheiden.
 

Wieviel Wärme in Abhängigkeit der Klimarandbedingungen und des Bauteilaufbaus gewonnen werden kann, wird zur Zeit in einem Freibewitterungsversuch in der Nähe von Schwerin getestet.

Mit Hilfe eines eigens konzipierten Mess- und Steuerungssystems werden Unterkühlung, Volumenstrom und Entnahmezeiten dabei so geregelt, dass künstliche Betauungen bzw. Vereisungen der Oberfläche durch den Energieentzug verhindert werden.

Der Freibewitterungsversuch ist wesentlicher Bestandteil des dreijährigen vom BMBF geförderten Forschungsprojektes "biop-FS: Bifunktionale opake Fassadensysteme zur Dämmung und Wärmeenergiegewinnung". Die SOVA GmbH unterstützt das Projekt als Industriepartner durch die Konzeption und Herstellung von Prüfkörpern und hat den eigens entwickelten WDVS-Aufbau bereits zum Patent angemeldet.
 

Konkrete Ergbenisse werden Ende des Jahres erwartet.

Gelingt es, die bislang passiven Systeme mit einem technisch und ökonomisch vertretbaren Aufwand um die Funktion der aktiven Energiegewinnung zu erweitern, ergäbe sich ein breites Anwendungsfeld.

Jährlich werden in Deutschland circa 40 Millionen Quadradmeter WDVS verbaut.
 

Ansprechpartner:

SOVA GmbH, Frau Andrea Born (Geschäftsführerin), Klostergarten 3, 56341 Kamp-Bornhofen,

Tel. 06773/91590-15, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Prof. Dr. habil. Helmuth Venzmer, Hochschule Wismar, PF 1210, 23952 Wismar, Tel. 03841/753486, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

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